Portable Antennen für 2 m und 70 cm

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dl9bco
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Portable Antennen für 2 m und 70 cm

Beitragvon dl9bco » 10. Jun 2016, 14:40

Portable Antennen für 2 m und 70 cm

Messanordnung SWR von Antennen für Handfunkgeräte auf VHF und UHF

Haben Sie sich jemals gewundert, warum die Antenne Ihres Handfunkgeräts im Vergleich zu einer Außenantenne so schlecht abschneidet? Nein, es ist nicht einfach nur die Position. Die Antenne, die mit Ihrem Handfunkgerät geliefert wurde, ist vermutlich einfach nur Müll - nichts als eine schlecht angepasste Dummy-Load. Statt eine brauchbare Antenne zu liefern, wird lieber die Sendeleistung auf mehrere Watt hochgetrieben, von denen ein Großteil allerdings verloren geht.

Messergebnisse
Die folgende Tabelle zeigt das SWR für einige Typen portabler Aufsteckantennen für Handfunkgeräte, gemessen mit einem SWR-Analysator MFJ-269. Um eine realistisches Gegengewicht für die Antenne zu haben, wurde ein Handfunkgerät RL-402 von Albrecht als Masse benutzt. Ein Klappferrit diente als Mantelwellensperre am antennenseiten Kabelende (siehe Abbildung). Zusätzlich zu den SWR-Werten auf 145 und 435 MHz wurde auch noch ermittelt, auf welchen VHF/UHF-Frequenzen eine Antenne ihr minimales Stehwellenverhältnis aufweist.

Hier also die Ergebnisse:

Typ der Antenne Länge mit
Stecker SWR auf
145 MHz SWR auf
435 MHz VHF: Min.
SWR@MHz UHF: Min.
SWR@MHz
Kenwood TH-F7E 16 cm 7,0 2,0 1,4 @ 165 1,8 @ 461
Baofeng UV-3R 21 cm 3,0 2,2 3,0 @ 145 2,0 @ 440
Baofeng UV-5R 17 cm 1,1 1,3 1,1 @ 145 1,0 @ 428
Diamond SRH519 21 cm 1,2 1,7 1,2 @ 145 1,6 @ 435
Comet SMA-24 44 cm 1,4 2,5 1,3 @ 146 1,7 @ 415
L/4 für 2 m 52 cm 1,7 1,7 1,7 @ 145 1,7 @ 435
L/4 für 70 cm 17 cm (>20) 1,5 (>20) 1,5 @ 435

Beispielsweise bedeutet ein SWR von 3.0, dass etwa 25 % der Sendeleistung reflektiert werden, was gerade noch vertretbar ist. SWR-Werte darunter darf man als brauchbar bezeichnen. Die Messwerte unterliegen allerdings einer gewissen Toleranz, da sie erheblich von der Umgebung und von der Berührung der Antennen-Fusspunkts mit der Hand beeinflusst werden. - Die L/4-Antenne für 70 cm war übrigens die Aufsteckantenne eines Albrecht-Handfunkgeräts RL-402, die L/4 für 2 m eine selbstgebaute Ausführung.

HINWEIS:
Die gelieferten Antennentypen können sich ändern. Beispielsweise hat Baofeng mit demselben Transceiver schon unterschiedliche Antennen geliefert. Die gezeigten Messwerte können auch vom Testaufbau und seiner Umgebung abhängen.

Fazit
Das Resultat ist ziemlich ernüchternd. Ein erheblicher Teil der Batterieladung wird bei der Standard-Stummelantenne für reflektierte Leistung verschwendet, die lediglich die Endstufe aufheizt.

Von den kommerziellen Antennen schnitten die des UV-5R und die SRH519 am besten ab.
Die Resonanz der von Kenwood mitgelieferten Antenne liegt auf 2 m weit außerhalb des Amateurfunk-Bereichs.

Auf 2 m ist die Kenwood-Antenne deshalb nahezu unbrauchbar - der größte Teil der Leistung wird von ihr reflektiert.
Die Antenne SMA-24 liefert auf 2 m viel bessere Resultate und ist auf 70 cm nur geringfügig schlechter als die von Kenwood.
Eine selbstgebaute Lambda/4-Antenne für 2 m funktioniert auf 2 m so fast gut wie die von Comet, auf 70 cm sogar besser.
Eine einfache 70-cm-Viertelwellen-Antenne ist zwar auf 2 m unbrauchbar, aber auf 435 MHz den übrigen Antennen überlegen.
Alternativen

Erfahrungsgemäß kann man bei Betrieb auf 2 m eine deutliche Verbesserung erreichen, wenn man bei gleichzeitiger Verwendung einer halbwegs brauchbaren Stabanntenne vom Außenleiter der Antennenbuchse am Gerät einen etwa 50 cm langen Draht herunterhängen lässt, der als abgestimmtes Gegengewicht dient.

Weit bessere Ergebnisse bringt ein Halbwellenstrahler, dessen hoher Fußpunktwiderstand per LC-Anpassung auf 50 Ohm heruntertransformiert wird. Er benötigt für eine gute Abstrahlung praktisch kein Gegengewicht. Leider ist eine solche 2-m-Antenne mit rund 1 m Länge schon recht unhandlich und zudem nicht als Duoband-Antenne brauchbar.

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